Bevor das erste Feuer brennt – Kaminofen fit für den Herbst machen

    Tagsüber reicht die Sonne noch für ein offenes Fenster. Ein paar Stunden später sieht es anders aus.

    Die Terrassentür ist längst geschlossen, draußen wird es früh dunkel und im Wohnzimmer fühlt sich der Abend plötzlich ziemlich kühl an. Für viele Kaminofenbesitzer beginnt genau jetzt die Zeit, in der das erste Feuer nach der Sommerpause verlockend wird.

    Holz hinein, anzünden, fertig? Besser nicht ganz so schnell. Hat der Ofen mehrere Monate stillgestanden, lohnt sich vorher ein genauer Blick. Schließlich sammeln sich Ruß und Verbrennungsrückstände nicht nur dort, wo sie sofort auffallen.

    Erst putzen, dann einheizen

    Der Feuerraum ist ein guter Anfang. Lose Asche und Rückstände lassen sich entfernen, wenn der Ofen vollständig kalt ist. Auch die Umlenkplatten im oberen Bereich des Feuerraums verdienen Aufmerksamkeit. Dort können sich Ablagerungen befinden, die beim schnellen Blick durch die geöffnete Ofentür leicht übersehen werden.

    Anschließend ist die Scheibe an der Reihe. Eine saubere Sichtscheibe sieht nicht nur besser aus. Auffällige Rußspuren können auch einen Hinweis darauf geben, dass etwas nicht stimmt. Ziehen sich beispielsweise Rußfahnen am Rand der Scheibe entlang, kann eine nicht mehr richtig schließende Tür beziehungsweise eine verschlissene Dichtung dahinterstecken.

    Überhaupt sind die Dichtungen einen kleinen Test wert. Die Ofentür sollte sauber schließen, Dichtschnüre dürfen nicht sichtbar beschädigt oder lose sein. Auch Feuerraumauskleidung, Türgriff und Scharniere lassen sich bei dieser Gelegenheit kontrollieren. Zeigen sich Risse, herausgebrochene Teile oder andere Schäden, sollte geklärt werden, ob ein Austausch erforderlich ist.

    Das Ofenrohr nicht vergessen

    Der Ofen glänzt, die Scheibe ist sauber – und einen halben Meter weiter können trotzdem noch die Rückstände der vergangenen Heizperiode sitzen. Das Verbindungsstück zwischen Feuerstätte und Schornstein gerät bei der Reinigung leicht aus dem Blick.

    Dort lagern sich ebenfalls Ruß und Staub ab. Zu viele Ablagerungen können den Abzug der Rauchgase beeinträchtigen und erhöhen die Brandgefahr. Wie und in welchen Abständen gereinigt werden muss, hängt unter anderem von Anlage und Nutzung ab. Bei demontierbaren Ofenrohren liegt die Reinigung häufig in der Verantwortung des Betreibers. Im Zweifel ist der Schornsteinfegerbetrieb der richtige Ansprechpartner.

    Ein Blick auf den Feuerstättenbescheid schadet ebenfalls nicht. Dort sind die vorgeschriebenen Arbeiten und Fristen für die jeweilige Anlage festgehalten.

    Auch das Brennholz gehört zum Herbstcheck

    Neben dem Ofen wartet meistens schon der Holzvorrat. Trockenes, geeignetes Brennholz ist eine wichtige Voraussetzung für eine saubere Verbrennung. Zu feuchtes Holz brennt schlechter und begünstigt Rauch, Emissionen und Ablagerungen in Ofen, Rohr und Schornstein.

    Damit wird aus dem kleinen Check vor dem ersten Feuer keine große Herbstaktion. Feuerraum säubern, Bauteile ansehen, Dichtungen prüfen, Ofenrohr im Blick behalten und den Holzvorrat kontrollieren – vieles lässt sich erledigen, bevor es draußen wirklich kalt wird.

    Und dann darf er kommen, dieser erste Abend, an dem das Feuer hinter der frisch gereinigten Scheibe brennt und die Zentralheizung noch ein bisschen länger Pause hat.

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